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Klimawandel und Gebäudeversicherung: Risiken richtig einschätzen

Starkregen, Überschwemmungen und Extremwetterereignisse nehmen in Deutschland messbar zu. Für Wohnungsunternehmen und Hausverwaltungen bedeutet das: Der bisherige Versicherungsschutz reicht oft nicht mehr aus. Wir zeigen, welche Risiken der Klimawandel mit sich bringt und wie Sie Ihren Gebäudebestand richtig absichern.

Gebäude mit Klimarisiken – Versicherungsschutz anpassen

Klimawandel als Risikofaktor für Immobilien

Der Klimawandel ist längst keine abstrakte Bedrohung mehr — er ist in Deutschland angekommen und verändert die Risikolandschaft für Immobilienbesitzer und Verwalter grundlegend. Die vergangenen Jahre haben eindrücklich gezeigt, welche Schäden Extremwetterereignisse an Wohngebäuden anrichten können. Die Flutkatastrophe im Ahrtal 2021, die Starkregenereignisse in Nordrhein-Westfalen und Bayern sowie die zunehmenden Hitzeperioden mit Auswirkungen auf Gebäudesubstanz und Haustechnik haben die Branche wachgerüttelt.

Laut dem Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) haben Naturgefahrenschäden an Wohngebäuden in den letzten zehn Jahren um durchschnittlich 15 Prozent pro Jahr zugenommen. Die versicherten Schäden durch Sturm, Hagel, Starkregen und Überschwemmungen beliefen sich allein 2025 auf über sechs Milliarden Euro — und die Tendenz ist steigend. Klimaforscher prognostizieren, dass Extremwetterereignisse in Mitteleuropa in den kommenden Jahrzehnten weiter an Häufigkeit und Intensität zunehmen werden.

Für Wohnungsunternehmen mit großen Gebäudebeständen potenzieren sich diese Risiken: Ein einzelnes Starkregenereignis kann Dutzende Liegenschaften gleichzeitig betreffen und Schäden in Millionenhöhe verursachen. Die zentrale Frage lautet daher: Ist Ihr Versicherungsschutz auf diese veränderte Risikolage ausgerichtet?

Starkregenereignisse und ihre Folgen

Starkregen gehört zu den am meisten unterschätzten Naturgefahren in Deutschland. Anders als Flusshochwasser, das primär in der Nähe von Gewässern auftritt, kann Starkregen jeden Standort treffen — auch Gebiete, die bisher als risikoarm galten. Bei einem Starkregenereignis fallen innerhalb kürzester Zeit extreme Niederschlagsmengen, die die Kanalisation überlasten und zu oberflächlichem Wasserabfluss führen.

Die Folgen für Wohngebäude sind vielfältig und kostspielig: Wasser dringt über Kellerfenster, Lichtschächte und Hauseingänge in das Gebäude ein. Tiefgaragen werden überflutet, Heizungsanlagen und Elektroinstallationen im Kellergeschoss beschädigt. Feuchtigkeit in Wänden und Böden führt zu Schimmelbildung, die erst Wochen nach dem Ereignis sichtbar wird und aufwendige Sanierungsmaßnahmen erfordert.

Besonders problematisch: Viele ältere Wohngebäude verfügen nicht über ausreichende Rückstausicherungen oder moderne Entwässerungssysteme. Flachdächer ohne ausreichende Drainage können bei Starkregen die Dachlast überschreiten. Und selbst Neubauten sind nicht automatisch geschützt, wenn die Außenanlagen nicht für den Abfluss extremer Wassermengen ausgelegt sind.

Schadensbeispiele aus der Praxis

Versicherungsschutz anpassen: Was ist zu beachten?

Die Standard-Wohngebäudeversicherung deckt in der Regel Schäden durch Feuer, Leitungswasser, Sturm und Hagel ab. Was viele Wohnungsunternehmen nicht wissen: Schäden durch Starkregen, Überschwemmung, Rückstau, Erdbeben, Erdrutsch und Schneedruck sind in der Basispolice nicht enthalten. Dafür ist eine zusätzliche Elementarschadenversicherung erforderlich.

Die Elementarschadenversicherung ist in Deutschland — anders als in vielen anderen europäischen Ländern — keine Pflichtversicherung. Laut GDV verfügen nur etwa 54 Prozent aller Wohngebäude über eine Elementarschadenversicherung. In einigen Bundesländern liegt die Quote sogar unter 40 Prozent. Das bedeutet: Fast jedes zweite Wohngebäude in Deutschland ist gegen die Folgen von Starkregen und Überschwemmung nicht versichert.

Für Wohnungsunternehmen und Hausverwaltungen ist die Absicherung gegen Elementarschäden 2026 dringender denn je. Bei der Anpassung des Versicherungsschutzes sollten folgende Aspekte berücksichtigt werden:

Elementarschäden: Deckungslücken erkennen

Selbst Wohnungsunternehmen, die bereits über eine Elementarschadenversicherung verfügen, sollten ihren Versicherungsschutz kritisch prüfen. In der Praxis zeigen sich immer wieder Deckungslücken, die im Schadenfall zu erheblichen finanziellen Belastungen führen können.

Häufige Deckungslücken

ASW südwest Tipp — Elementarschadenversicherung prüfen

Lassen Sie Ihren bestehenden Versicherungsschutz von unseren Spezialisten auf Deckungslücken analysieren. Besonders wichtig: Prüfen Sie, ob Rückstauschäden, Mietausfallkosten und Außenanlagen mitversichert sind. Wir erstellen Ihnen eine individuelle Risikoanalyse mit konkreten Handlungsempfehlungen — selbstverständlich kostenfrei und unverbindlich.

Präventionsmaßnahmen für Wohnungsbestände

Neben einem umfassenden Versicherungsschutz spielen bauliche und organisatorische Präventionsmaßnahmen eine entscheidende Rolle bei der Schadensminimierung. Viele Versicherer honorieren nachweisliche Präventionsmaßnahmen zudem mit Prämienrabatten.

Bauliche Maßnahmen

Organisatorische Maßnahmen

Fazit

Der Klimawandel verändert die Risikolandschaft für Immobilienbesitzer und Verwalter nachhaltig. Starkregenereignisse, Überschwemmungen und Extremwetterereignisse werden häufiger und intensiver — und die Schäden an Wohngebäuden nehmen entsprechend zu. Für Wohnungsunternehmen und Hausverwaltungen ist es daher unerlässlich, den Versicherungsschutz an die veränderte Realität anzupassen und gleichzeitig in Prävention zu investieren.

Die wichtigsten Erkenntnisse im Überblick:

„Der Klimawandel wartet nicht auf den nächsten Versicherungstermin. Wohnungsunternehmen, die jetzt ihren Versicherungsschutz überprüfen und in Prävention investieren, schützen nicht nur ihre Gebäude, sondern auch ihre wirtschaftliche Zukunft. Wir begleiten Sie dabei — von der Risikoanalyse bis zur optimalen Policenstruktur."

— Julia Becker, Gebäudeversicherungs-Spezialistin bei ASW südwest

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